Pyometra- die unsichtbare Gefahr für jede Hündin


Ida wurde am 30.05.2025 fast notfallmässig operiert. Die Diagnose: Pyometra- eine Gebärmuttervereiterung. Es ist 10 vor 12. Das riss mir den Boden unter den Füssen weg. In diesem Blogartikel möchte ich dich über Pyometra, ihre Gefahren und unsere ganz persönliche Geschichte dazu informieren.

Starten wir mit der Frage, was Pyometra eigentlich ist!

Hier die Kurzfakten:

Die Pyometra ist eine eitrige Entzündung der Gebärmutter und wird hormonell beeinflusst. Es ist eine gefürchtete Kompliaktion bei intakten Hündinnen. Also Hündinnen, welche regelmäßig im Zyklus läufig werden. Am häufigsten kommt es zwei Wochen bis 4 Monate nach der Läufigkeit zu einer Entzündung. Die Ursache hierfür ist häufig in einer bakteriellen Besiedelung der Gebärmutter durch den geöffneten Gebärmutterhals während der Läufigkeit zu finden. Meist ist es E. Coli. Nach dem Östrus verschließt sich der Gebärmutterhals wieder und schließt damit die Bakterien ein. Wo es feucht, warm und dunkel ist, gedeiht es sich prächtig und die Entzündung nimmt ihren Lauf.

Die Symptome sind zumeist unspezifisch und vielseitig. Häufig fällt erst mal auf, dass die Hündin nach der Läufigkeit an Gewicht verliert. Sie trinkt mehr und setzt mehr Harn ab. Später kommt noch Appetitlosigkeit hinzu, häufiges lecken und putzen der Analregion und damit gern einhergehend Erbrechen sowie Durchfall. Bei einer offenen Pyometra fließt Eiter und Blut aus der Scheide. Das riecht sehr unangenehm und der Ausfluss fällt sofort ins Auge. Bei einer geschlossenen Pyometra ist der Gebärmutterhals geschlossen. Das Bemerken der Pyometra ist hier erschwert. Es kann sein, dass man bei schlanken Hündinnen die gefüllte Gebärmutter am Bauch tasten kann. Manchmal ist der Bauch verhärtet und die Hündin hat Fieber.

Allgemeine Anzeichen sind dann noch Lethargie und Verhaltensänderungen. Anzeichen von Schmerzen sind gut zu erkennen durch ein Stressgesicht, Bauch hochziehen, Schonhaltungen und Aufjaulen bei bestimmten Bewegungen.

Alle Symptome nochmal in Kurzform

  • Gewichtsverlust
  • Vermehrtes Trinken
  • Vermehrter Urinabsatz
  • Lethargie/ Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit/ lustloses Essen
  • Erhöhtes Schlaf- & Liegebedürfnis
  • Verhaltensänderung wie plötzliche Aggression ggü. Artgenossen, sich zurückziehen
  • Fieber
  • Flacher, schneller Puls
  • Flache, schnelle Atmung
  • Erbrechen/ Durchfall
  • Angespannter Bauch
  • Schmerzen
  • Schonhaltung/ Lautgebung bei bestimmten Bewegungen wie Aufstehen, hochsteigen, springen

Was für eine Therapie ist möglich?

Allgemein kann man bei leichten Verläufen konservativ mit Antibiotika behandeln. Jedoch kann es bei jeder Läufigkeit wieder auftreten. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist sogar erhöht! 

Damit bleibt nur noch eine Operation bei der die Gebärmutter sowie die Eierstöcke entfernt werden. 

Wie war das bei Ida?

Ida zeigte sich bis dahin in den Läufigkeiten immer unauffällig. Ihr Rhythmus waren fünfeinhalb Monate. Sehr zuverlässig und regelmässig. Dann kam mit sechs Jahren plötzlich die Läufigkeit nach viereinhalb Monaten. Alles fühlte sich ein wenig anders an. Gut, dachte ich, beobachten und die Möglichkeit von Eierstockveränderungen, Zysten oder einer Gebärmutterentzündung im Kopf behalten. Ihre Läufigkeit begann und endete im März. Anfang Mai begann sie Gewicht zu verlieren, trotz gutem Appetit. Ihr Bauch war weich, kein Fieber, keine Bewegungsunlust oder Schläfrigkeit.

Allein der Gewichtsverlust bereitete mir Sorgen. Welche Ursache kann sein? Ob Schilddrüsenproblematik, Tumor oder anderweitige Probleme- ohne weitere Symptome macht eine Diagnostik auf Blindflug keinen Sinn. Es war frustrierend.

Ein weiteres unspezifisches Anzeichen kam hinzu. Ida verhält sich, wenn sie etwas hat, ablehnend den anderen Hunden gegenüber. Sie knurrt sie weiträumig weg und beteiligt sich nicht mehr an Interaktionen in der Gruppe. Sie hat einen Platz, den sie immer aufsucht, wenn es ihr nicht gut geht. Dort fand ich sie dann sehr häufig. Meine Alarmglocken fingen an zu leuchten. Ok, weiter beobachten und engmaschig überwachen. Temperatur, Bauch, Atmung kontrollieren. Verhalten beim Essen, Ausscheiden, im Sozialkontakt und bewegen streng beobachten.

Sie fing an schlecht zu essen. Die Ausscheidung war normal. Meine Nähe suchte sie mehr und wirkte verhalten sowie in sich gekehrt. Beim aufstehen und irgendwo hochspringen oder hochgehen zog sie das linke Bein unmerklich nach- auch nicht immer, jedoch oft genug, dass es mir auffiel. Bei Spaziergängen lief sie hinter mir und hechelte wie im Streß. Mein Hinweis auf Schmerzen! Wenn sie hinter mir läuft und keine Kekse mehr nimmt, dann ist etwas im Argen.

Natürlich fiel ihr geändertes Verhalten auf einen Feiertag. Ich telefonierte mit dem Notdienst. Alle Symptome blieben unspezifisch. Ihre Vitalzeichen waren stabil. Da sie nicht in akuter Lebensgefahr stand, verblieben wir so, dass ich sie über Nacht beobachte und früh in die Tierklinik fahre. Gesagt, getan! Eine schlaflose Nacht später rief ich die Tierklinik an. Die Telefonistin nahm mich ernst und riet mir sofort zu kommen.

Dann begann die Suche nach der Ursache. Wir sind offen und breitgefächert vorgegangen. Blutentnahme, Röntgen, Ultraschall. Im Ultraschall war es dann deutlich zu sehen. Die Ärztin war ein wenig fassungslos, dass ihre Symptome so unscheinbar und unspezifisch waren. Sie hatte keine Pyometra vermutet.

Dann ging es ganz schnell. OP- Vorbereitung, Schleuse und weg war sie. In ihrem reduzierten Allgemeinzustand durch Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit und Lethargie war ihr OP- Risiko erhöht. Deshalb sollte sie zwei Tage postoperativ noch da bleiben. Ich drückte ihr die Daumen und sie schaffte es. Einen Tag später kam schon der Anruf, ich dürfe sie abholen. Sie hat lautstark kundgetan, dass es ihr gut geht und sie nach Hause will =)

Die Wundheilung verlief gut und die Fäden lösten sich von allein auf. Ihr Gewicht hat noch sechs Monate gebraucht bis es auf dem Niveau von vorher war. Wir sind mit einem Schreck davon gekommen. Gott sei dank kenne ich den Gesundheitszustand meiner Hunde und handle sofort, wenn etwas nicht stimmt.

Hast du schon einmal Erfahrung mit der Pyometra gemacht? Hast du noch Fragen zu dem Thema? Schreibs in die Kommentare.

deine Lydia

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