Erkenntnis des Tages: …

Der Ozean ruft mich. Manchmal ist es morgens ganz still. Dann sitze ich da mit meinem Kaffee in der Hand und bin ganz präsent in diesem Moment. In Verbindung mit mir zieht es mich oft zu der Kraft der Karten. So auch heute. Das Meer möchte gehört werden. Es ruft: auf zu neuen Ufern. Jage Abenteuern nach. Reise.
Dies kann dich nach Innen führen oder im Außen auf neue Wege führen. Es ist dabei völlig egal, ob du Abenteuer im geheimnisvollen Flüstern der Muscheln an deinem Ohr entdeckst oder etwas weit draußen am Horizont siehst- das Meer lockt uns, die Welt zu erkunden, Grenzen loszulassen und an jedem Tag eigene Heldengeschichten zu entdecken.

Meine Heldengeschichte führt mich heute in die Tiefen und Weiten meiner Seelenlandschaft. Ich verspüre den Wunsch wieder mehr bei mir anzukommen und in vertrauensvolle Verbindung zu meinen Hunden zu sein. Ich nutze dazu eine Kontaktübung und den stillen Raum aus Maja Nowaks Buch „Der Hund als Spiegel des Menschen – Behutsame Wege zur Traumaheilung“ um bei mir anzukommen und in Kontakt mit der Essenz meines Selbst zu kommen.
Der Morgenspaziergang möchte heute eine besondere Qualität bekommen. Ich spüre diese Impulse und vertraue ihnen. Jetzt bin ich in meiner Energie und es ist mir möglich meinen Traum zu leben. Du darfst dir gern folgende Fragen stellen:
Wie möchte ich meinen Hunden heute begegnen? Wie soll die gemeinsam verbrachte Zeit aussehen? Wie möchte ich den Spaziergang wahrnehmen? Was ist das gewünschte Gefühl?
Ich selbst möchte im Vertrauen zu meinen Hunden sein. Sie sind entspannt und ruhig. Wir stehen im Kontakt ohne uns direkt ansehen zu müssen. Wir spüren einander und achten uns. Wer mehr meine Unterstützung benötigt, bekommt sie. Ich lasse Kontrolle los, wo sie nicht mehr gebraucht wird. Ich folge dabei den Impulsen meiner Intuition. Seit dem Lucy da ist, gibt sie mir immer wieder zu verstehen, dass sie keine Leine braucht um bei mir zu sein. Sie kann gut entscheiden, auch im Sinne der Gruppendynamik.

Ich beobachte hochkommende Gedanken und Gefühle bei mir sehr genau. Bewusst habe ich kein Handy dabei- so kann ich mich besser im Hier & Jetzt bewegen. Bewusst entscheide ich mich, Futter und Stimme zuhause zu lassen. Meine Stimme darf in Notsituationen unterstützen, aber sie bestimmt nicht unsere Kommunikation. Schweigespaziergänge, in denen ich mich mit Gedanken, Energie und Körpersprache meinen Hunden mitteile, haben eine ganz besondere Magie inne. Ich gehe in das Vertrauen und die Liebe zu meinen Hunden. Marley läuft ohne Leine und auch Lucy geht ganz ohne Leine. Ida braucht mich und meine Anleitung. Ich spüre es deutlich, der Freuraum der Bewegung ist für sie im Moment nicht schaffbar. Ihr Nervensystem ist aufgewühlt und angespannt. Ich gebe ihr mit der Leine und meiner Nähe Sicherheit.
Anfangs kämpft sie sehr dagegen an. Das sind Momente, in denen ich emotional kippen kann. Momente, in denen ich merke, dass ihre Energie in mir Resonanz findet und ich auf der Frequenz mitschwinge. Das hilft weder ihr noch mir. Heute erkenne ich ihre Schwingung und gebe ihr Halt. Ich lasse die Energie durch mich fließen. Diesmal bleibt sie nicht hängen in mir und dreht sich in mir weiter, sondern sie darf gehen. Übrig bleibt Liebe und Zuversicht.
Ida beruhigt sich, hält von allein den Radius und orientiert sich an meiner Energie. Sie schafft es in der Ruhe auf Entdeckungstour zu gehen. Wenn ich sie jetzt ansehe, erscheint in ihrer Brust ein heller, weißer Stern. Ein kleines Kind schaut mich an und freut sich auf die Welt. Lass uns gemeinsam entdecken, erkunden und erleben. In Sicherheit und Vertrauen. Ohne Hast und ohne Auftrag. Einfach mal schauen, was wir so finden. Es ist friedvoll. Genau so möchte ich mit meinen Hunden leben. Frei von Zwängen, von Wunschvorstellungen anderer. Ganz natürlich und vollkommen eins.

Während des Spaziergangs führt mich die Reise durch meine Seelenlandschaft. Mein kleiner Kontrolleur macht sich Sorgen. Er hat eigentlich immer Angst die Kontrolle zu verlieren. Denn Kontrolle ist für ihn Sicherheit. Er schickt mir Gedanken wie: Was machen wir, wenn sie jagen gehen? Du hast keine Kontrolle! Die Leine ist nicht dran! Achtung! Da vorn kommt ein Hund, jetzt gehen sie da bestimmt hin. Oh Gott, die Welt geht unter. So geht das nicht. Hier herrscht ja Chaos und Anarchie. Wie willst du eine gute Führung sein, wenn du nicht mal deine Hunde anleinst?
Kommt dir das bekannt vor? Spürst du diesen Anteil auch manchmal in dir? Wie begegnest du deinem kleinen Kontrolleur? Fühlst du mit ihm? Regt er dich auf? Verleugnest du ihn? Gibst du dich ihm hin?
In der Vergangenheit habe ich diesen Anteil in mir immer verleugnet. Weggeatmet. Daran gearbeitet ihn verschwinden zu lassen oder zumindest verstummen zu lassen. Natürlich ist er nie verstummt. Manchmal hat er sich mit seinen Sorgen und Ängsten auf ein anderes Thema verlagert, aber Da war er immer. Heute habe ich etwas anderes mit ihm getan. Ich habe mich mit ihm unterhalten. Was möchte dieser Anteil in mir? Wofür ist er da? Was steckt hinter seinem Verhalten? Alles in uns hat auch sein Gutes. Er ist ein kleiner Beschützer, der mich vor schlimmen Dingen bewahrt. Er passt auf mich auf und möchte, dass es mir gut geht. Heute danke ich ihm dafür. Ich nehme diesen Teil an, als Teil meines Selbst. Dazugehörig und akzeptiert.

Wenn du diesen Anteil in dir hast, dann tritt ihm entgegen und frage, was er denn gern möchte? Was steckt hinter seinen Sorgen und Ängsten. Weshalb ist er da? Wann ist er zum ersten Mal in Erscheinung getreten? Wie fühlst du dich wenn du ihn annimmst?
Dann danke ihm dafür, dass er sich mitteilt. Umarme ihn und nimm ihn auf deine Reise mit. Er darf genauso sein wie er ist! Es ist ein Teil von dir!

Mir passierte plötzlich etwas Unerwartetes. Jedes Mal, wenn dieser kleine Kerl in mir hochkam, ich ihm zuhörte und ihn mit Vertrauen & Liebe mitnahm, lag etwas Rotes auf dem Weg. Unbewusst dem Impuls folgend hob ich es auf. Es waren anfangs immer unbefüllte Kotbeutel. Wie praktisch, denke ich. Ich hatte meine nämlich vergessen. Ein kleiner Wink im Außen, dass dieser Weg richtig ist.
Ich habe ein Gespür für Details. Ich bemerke Dinge, die anderen verborgen bleiben. Das Entdecken dieser Dinge ist die Lieblingsbeschäftigung von mir und meinen Hunden. Wir gehen einfach gern gemeinsam raus auf Abenteuerjagd und jeder will immer der Erste sein, der etwas für die anderen entdeckt. Gemeinsam erfreuen wir uns daran. Das leuchtende Rot des Lebens, die Nützlichkeit und der Hinweis, der genau dann auftaucht, wenn ich mich selbst annehme. Etwas ganz Besonderes passiert hier.
Gegen Ende des Spaziergangs merkte ich, wie meine Präsenz schwächer wird. Ich beobachtete, wie der kleine Sorgenkerl immer lauter und größer wurde. Sobald man weniger bei sich selbst ist, will der kleine Beschützer helfen und die Stelle einnehmen. Es ist so als ob die Zweitbesetzung eines Spiels plötzlich auf den Platz muss, weil die Erstbesetzung am Ende ihrer Kräfte ist. Früher hätte ich mich dagegen gewehrt. Dann kommt der Gedanke des Durchziehens. Es muss jetzt noch die paar Meter halten. Nicht aufgeben. Los das schaffst du auch noch.
Kennst du das? Der Perfektionist, der niemals aufgibt. Der Plan, der durchgezogen werden muss?! Was muss bei dir? Wo merkst du, dass du über deine Grenzen hinaus gehst? Und was ist deine Erkenntnis daraus?
Heute weiß ich, dass gar nichts „muss“. Ich darf genauso sein, wie ich bin. Wenn also meine Präsenz nicht mehr hält, dann darf ich sie loslassen. Mich bedanken, dass ich so lange bei mir selbst sein durfte. Es kostet mich im Moment einfach noch viel Kraft in diese Ursprünglichkeit des Seins zu kommen. Ich weiß, es wird leichter. Doch der beschützende kleine Kerl, die Zweitbesetzung ist der Aufgabe nicht gewachsen. Ich bedanke mich auch bei ihm, dass er diese Rolle einnehmen würde. Doch ich regel es anders.
Ich finde wieder etwas Rotes. Diesmal jedoch gleich vier, fünf Schnipsel in kurzen Abständen. Es sind Fetzen von Feuerwerkskörperverpackung. Ich nehme sie mit und weiß: Jetzt gehen wir anders weiter.
Ich leine meine Hunde an. Normalerweise merke ich dann, wie ich gedanklich abschweife. Die Sicherheit der Leine erlaubt mir, nicht mehr im Hier & Jetzt zu sein. Die Folge: alles zieht in verschiedene Richtungen. Dann verliere ich dieses schöne Gefühl des Spaziergangs und gehe gefrustet nach Hause.
Heute leine ich an und sende meinen Hunden ein Bild. Mein Herz formt ein Bildnis des Spaziergangs. Locker und entspannt im Kontakt zu mir laufen wir heim. Daran halte ich fest und das sende ich aus an alle drei. Was soll ich dir sagen? Wir sind entspannt und an lockerer Leine, im Kontakt miteinander heimgegangen 🙂

Ich möchte dir mit dieser Geschichte Mut machen. Geh hinaus in die Welt und folge deinem Herzen. Nichts „Muss“. Alles darf. Jeder Moment, den du vollkommen eins mit dir selbst bist, ist genug. Jeder Moment, in dem du in Kontakt mit deinen Hunden bist ist vollkommen. Und es darf auch sein, dass du dieses Gefühl wieder verlierst. Es bleibt in dir. Du selbst bist immer da. Der Weg dahin ist nicht immer zu sehen oder begehbar. Aber er ist da. Und mit jedem Mal wird er heller, leuchtender und leichter!
Für heute: Finde dein Abenteuer!

Dein Segen für diesen Tag:
Mögest du Gelegenheit für Wachstum aufspüren. Mögest du weit reisen. Mögen Hindernisse dir zeigen, wie gut du sie überwinden kannst.
eure Lydia
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